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26. Oktober 2026
Ex Silico.
HintergrundConsumer Tech

Apple HomeView: Warum das Smart Display vorerst nicht in die EU kommt

Apples Smart Display für Musik, Videoanrufe und das vernetzte Zuhause startet vorerst nicht in der EU. Apple nennt die fehlende Siri AI auf iOS als Grund und verweist auf den DMA. Was das für HomeView, Apple TV und HomePod in DACH bedeutet.

Luftaufnahme des ringförmigen Apple-Park-Campus in Cupertino bei Sonnenuntergang, umgeben von Wohn- und Gewerbegebieten
Apple Park in Cupertino, Kalifornien, am 24. Juni 2024. Foto: Nils Huenerfuerst (CC0)CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication; Quelle: Dateibeschreibungsseite auf Wikimedia Commons · geprüft am 13.10.2026. Keine Namensnennung erforderlich, Urheber wird dennoch genannt. (öffnet in neuem Tab)

Apple bietet sein neues Smart Display HomeView vorerst nicht in der EU an. Das Gerät verbindet einen Sieben-Zoll-Bildschirm mit Lautsprechern für Musik, FaceTime und die Steuerung des vernetzten Zuhauses; neben dem Tischmodell gibt es eine Wandversion. Beide kosten in den USA 299 Dollar und kommen am 13. November 2026 in den Handel. Apple begründet den EU-Ausschluss damit, dass der KI-Sprachassistent Siri AI auf iOS dort derzeit fehlt. Einen EU-Termin nennt der Konzern nicht.[a]

Hinter der Entscheidung steht nach Apples Darstellung der seit Juni öffentlich ausgetragene Streit um Siri AI. Für Käufer in Deutschland und Österreich hat er unterschiedliche Folgen: HomeView startet hier nicht; bei Apple TV und HomePod muss man zwischen angebotener Hardware und angekündigten KI-Funktionen unterscheiden.[b][c][d]

Warum Apple auf den DMA verweist

Der Digital Markets Act (DMA) verpflichtet große, von der EU benannte Plattformbetreiber unter anderem dazu, Wettbewerbern gleichwertigen Zugang zu bestimmten Systemfunktionen zu geben. Bei Apple betrifft die Interoperabilitätspflicht die Betriebssysteme iOS und iPadOS.[e][f]

In einer Mitteilung vom 8. Juni führt Apple die Verzögerung von Siri AI auf den DMA zurück. Die Kommission habe alle Vorschläge abgelehnt, darunter den Trusted System Agent: einen Vermittler für andere Assistenten, den Apple über 18 Monate einführen wollte. Nach Apples Darstellung verlange die EU sonst weitreichenden Zugriff auf private Daten und Apps ohne ausreichende Schutzmaßnahmen.[g]

Apple kündigte deshalb für iOS 27 und iPadOS 27 keinen EU-Start von Siri AI an. Auch watchOS 27 sei betroffen, weil es ein gekoppeltes iPhone mit Siri AI voraussetzt. Für macOS 27 und visionOS 27 kündigte Apple dagegen EU-Zugang an. Softwarechef Craig Federighi nannte für iPhone und iPad keinen Zeitplan.[g]

Was die Kommission entgegnet

Die EU-Kommission schildert den Hergang anders. Ihr Sprecher Thomas Regnier sagte am 9. Juni laut Associated Press, der Verzicht auf den Siri-AI-Start sei Apples Entscheidung: Der DMA verbiete keine neuen Produkte. Apple habe statt einer regelkonformen Lösung eine Ausnahme von den Interoperabilitätspflichten für mindestens 18 Monate verlangt. Das lehne die Kommission ab, weil konkurrierende Assistenten dann keine gleichen Chancen hätten.[d]

Die Pflicht zur Öffnung bedeutet dabei keinen pauschalen Verzicht auf Schutzmaßnahmen. Die Kommission erläutert, dass Plattformbetreiber strikt notwendige, verhältnismäßige und begründete Maßnahmen zum Schutz der Integrität ihrer Systeme treffen dürfen. Damit ist der konkrete Streit um eine sichere, gleichwertige Umsetzung allerdings nicht entschieden. Apples Risikodarstellung bleibt die Position eines Beteiligten.[e]

Der AI Act, die EU-Verordnung für KI-Systeme, ist dabei nicht der Grund, den Apple nennt: In der Mitteilung vom 8. Juni verweist Apple auf den DMA.[g]

Was in Deutschland und Österreich ankommt

  • Apple TV 4K: Das neue Modell kostet in Deutschland und Österreich 349 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Es ist seit dem 13. Oktober vorbestellbar und kommt am 13. November in den Handel. Die herkömmliche Siri lässt sich über Fernfeldmikrofone auch auf Deutsch nutzen.[h][i]
  • HomePod mini 2: Der Lautsprecher kostet in beiden Ländern 169 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Vorbestellungen laufen seit dem 13. Oktober; Marktstart ist der 30. Oktober. Siri AI folgt laut Apple erst mit einem späteren Softwareupdate.[j][k][c]
  • HomeView: Apple bietet das Smart Display zum Start nicht in der EU an.[a]
  • Apple Home Collection: Kameras und Videotürklingel sind zunächst für Großbritannien, Kanada und die USA angekündigt. Schloss, Thermostate und Temperatursensoren starten nur in Kanada und den USA. Der Vertrieb beginnt im Dezember, ausgewähltes Zubehör folgt Anfang 2027. Deutschland und Österreich stehen nicht auf diesen Startlisten. Apple begründet die Marktwahl für das Zubehör nicht mit dem DMA.[l]

Für Siri AI auf dem Apple TV nennt Apple zunächst acht Länder: USA, Australien, Kanada, Indien, Neuseeland, Singapur, Südafrika und Großbritannien, jeweils auf Englisch. Dieselbe Liste gilt für das spätere HomePod-Update. Deutschland und Österreich gehören nicht dazu; einen Termin für die EU kündigt Apple nicht an.[b][c]

Entscheidend ist zudem die Einrichtung: Bei Apple TV und HomePod muss der Eigentümer des Zuhauses in der Home App ein iPhone oder iPad mit Apple Intelligence und aktivierter Siri AI haben. Für Anfragen zum persönlichen Kontext wird ein entsprechend gekoppeltes Gerät benötigt. Die Nutzung hängt damit auch von Siri AI auf iOS beziehungsweise iPadOS ab. Daraus folgt keine eigenständige Aussage, dass tvOS selbst denselben DMA-Pflichten unterliegt.[b][c]

Und die Schweiz?

Die Schweiz gehört nicht zur EU und ist von Apples angekündigtem EU-Verkaufsausschluss deshalb nicht erfasst. Sie steht aber auch nicht auf der HomeView-Startliste mit den acht genannten Ländern. Apple nennt keinen Schweizer Einführungstermin oder Preis.[a]

Ein Präzedenzfall, aber keine Prognose

Bei Apple Intelligence kündigte Apple im Februar 2025 den ersten Zugang für iPhone- und iPad-Nutzer in der EU ab April mit iOS 18.4 und iPadOS 18.4 an. Dass sich auch der Siri-AI-Streit so auflöst, folgt daraus nicht; einen Zeitplan nennt Apple nicht.[m][n]

Was offen bleibt

Offen sind ein EU-Start von HomeView und ein möglicher späterer Siri-AI-Rollout für Apple TV und HomePod. Apples heutige Ankündigungen enthalten dafür keinen Termin. Ebenso lässt sich aus den gegensätzlichen Aussagen von Apple und der Kommission nicht ableiten, welche konkrete Umsetzung beide Seiten akzeptieren würden.[n][b][c][d]

Für Käufer heißt das vorerst: Apple TV 4K und HomePod mini 2 lassen sich vorbestellen, die Geräte kommen Ende Oktober beziehungsweise Mitte November. Wer in Deutschland oder Österreich Siri AI nutzen will, hat mit diesen Ankündigungen noch keine Zusage dafür. HomeView startet hier vorerst nicht.[h][j][b][c][n]

Kann ich HomeView bei Apple in Deutschland kaufen?
Zum Start bietet Apple HomeView in der EU nicht an. Einen Termin für eine spätere Einführung nennt der Konzern nicht.[n]
Ist der AI Act schuld?
Apple führt die Siri-AI-Verzögerung auf den DMA zurück. Die Kommission widerspricht der Darstellung, dass dieser den Start verhindere.[g][d]
Bekommt der neue Apple TV in Deutschland Siri AI?
Deutschland gehört nicht zu den acht angekündigten Siri-AI-Startländern. Die Nutzung setzt außerdem ein iPhone oder iPad des Home-App-Eigentümers mit aktivierter Siri AI voraus; auf iOS und iPadOS fehlt sie in der EU derzeit.[b]

Mit KI-Unterstützung erstellt. Redaktionelle Zuordnung: joleif.

Quellen & Methodik

  1. [a]
  2. [b]
  3. [c]
  4. [d]
  5. [e]
  6. [f]
  7. [g]
  8. [h]
  9. [i]
  10. [j]
  11. [k]
  12. [l]
  13. [m]
  14. [n]